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Update: 30.01.2012

Die Hersfelder Schützengilde

                   1252 e.V.

ist der älteste Verein von Bad Hersfeld, und einer der ältesten Vereine in Deutschland.

Geschichtliches von den Hersfelder Schützen, wird in “Mein Heimatland” -einer monatlichen Beilage der Hersfelder Zeitung -für Geschichts-, Volks- und Heimatkunde- , 2. Band Nr. 18 , im Juni 1912 von Jerome Schüssler aus Hersfeld beschrieben.

Als  sich ,  spätestens  im  12 . Jahrhundert ,  die Stadt Hersfeld aus der Abteigewalt  losgelöst  und  wohl   ausgerüstet mit  allerlei  Privilegien und  Gerechtsamen   auf   eigene  Füße   gestellt  hatte , galt es , diese errungene  Selbständigkeit auch   zu  behaupten .  Denn der Feinde , die mit  scheelen  Augen auf  die mächtig aufstrebende Stadt sahen, gab es mehr als genug . So war es denn natürlich , daß  die Bürgerschaft wohl vertraut mit  der Führung der Waffen war  und sich in ihr auch bald eine Schützengilde    bildete ,   die    in    regelmäßigen    Uebungen    und   in friedlichem Wettkampf  Auge  und Hand stählte ,  um  für  ernste  Tage gerüstet zu sein . Auf jeden  Fall  berichtet uns  die Chronik bereits aus dem Jahre 1252 von einem Aufzug  der Armbrustschützen . Es ist  sehr wahrscheinlich ,    daß   solche   Aufzüge   damals   den    Preis-    oder Vogelschießen  vorausgingen ,   die auf  dem freien Platz , dem Werder oder Weerd , in der  Nähe  der Stadt  am Ufer der  Fulda abgehalten wurden.  Mit  ihnen war  jedesmal ein Volksfest verbunden ,  und Groß und  Klein stürmten in hellem Haufen nach dem Schützenplatz , wo die Bäcker   und   Kannengießer  ihre Buden  aufgeschlagen hatten .   Hier ergötzte sich alles  an  den Späßen der abenteuerlich  gekleideten , bunt aufgeputzten     Pritschenmeister ,    welche    die   Übertretungen    der Schaulustigen ,    sowie   Fehlschüsse   der Schützen durch  Schläge mit dem Pritschenholz ahndeten . Aber auch in Zeiten der Gefahr wußten die Hersfelder   Bogen-   und    Armbrustschützen    mit   der  Waffe    vor- trefflich  umzugehen ,  und  als  im   Jahr  1378 am 28 . April  in der Vitalisnacht die mit dem Abte verbundenen Ritter die  Stadt   überfielen, wurden sie  hauptsächlich durch die Armbrustschützen abgewiesen. Auf Seiten des Abtes war es besonders der Ritter Eberhard von Engern , der sich vor  dem Kampf  in  der Vitalisnacht gerühmt  hatte ,  nach  neun zuvor  erstiegenen  Städten nun  auch  Hersfeld  im  Sturm gewinnen  zu können . Doch   er  ward   auf   der Mauer  mit einer  Armbrust  durch seinen eisernen Helm erschossen ,  der hängt  noch   zu  Hersfeld   am Rathaus  ( Heute im Museum )    und   zeugt   dort  gut  datiert von  der Durchschlagskraft dieser Schußwaffe und der Treffsicherheit Hersfelder Schützen . Die Gilde  der Armbrustschützen blühte immer mehr und übte sich im  Wettkampf .   Der beste Schütze wurde alljährlich ausgezeichnet und mit dem  “Kleinod” einem silbernen Ehrenschild ,  geschmückt .  An einer  silbernen  Kette  wurde  derselbe  umgehängt und  nur  bei den festlichen Aus- und Einmärschen  der Schützen getragen . Auch zahlte die Stadt alljährlich den Schützen , und zwar den beiden besten Schützen, bei den Schießübungen jeden Sonntag und an Festtagen 4 Alb , ( Albus = silberne Groschenmünze  des  14. bis 16. Jahrhunderts im Wert von 24 Pfennigen )    sowie   zu  dem  Hauptpreisschießen  den Bastiansgulden, sogenannt    nach    dem   heiligen   Bastian , der als  Schutzheiliger  der Schützen galt .  Das oben erwähnte Schützenkleinod  mag wohl mit der Zeit schadhaft  geworden  sein ,  denn  im  Jahre 1571 schaffte  sich  die Gilde  der Armbrustschützen ein neues Kleinod an , welches heute noch vorhanden ist und sich im städtischen Museum befindet .  Es  ist dies ein runder Schild , aus Silber getrieben,  von 13 Zentimeter Durchmesser an einer  silbernen Kette .  In  der Mitte  befindet  sich  die mit vier Pfeilen durchbohrte  Figur des  heiligen  Sebastian .   Die daneben  befindlichen beiden kleineren  Figuren stellen  Bogenschützen dar .  Der Rand des Schildes ist  mit  mehreren  silbernen Schellen verziert nebst  kleinen Plättchen, auf  denen Anfangsbuchstaben  von  Namen , jedenfalls  von Meisterschützen , eingraviert sind. Auch ein silbernes Doppelkreuz , das Hersfelder Wappen, hängt an diesem Kleinod.  (Bilder vom Kleinod)                                      

Eine besondere  Ehrung  wurde der  Hersfelder  Schützengilde im Jahre 1987 zuteil  , als  ihr  anlässlich  eines Festaktes  des   Hessentages   in Melsungen ,  aus  den  Händen  von Staatsekretär  Gerald  Weiß vom Hessischen Sozialministerium  ,   die   Sportplakette   des   Bundespräsi- denten überreicht wurde. (Bilder von der Plakette)                               In der Festansprache wurde darauf verwiesen , daß  die alten Schützen- vereine, Gilden und Gesellschaften , deren Geschichte bis zu 800 Jahren zurückreicht und deren Existenz auf  die Gründung  von Bürgerwehren und Schutzbünden im Mittelalter basiert , die überlieferten Formen und Werte des Schützenwesens vielerorts mit der modernen Ausrichtung  auf das Sportschießen ergänzen . So auch die Hersfelder Schützengilde von 1252 .   Der Verein   versteht  sich  heute als  Wahrer  des überlieferten Brauchtums , das es zu hegen gilt , um es der  Nachwelt als eindrucks- volles Zeugnis deutschen Schützentums weiterzugeben.

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